Amanduskirche

Der Kirchenbau (1721-1724) fällt in die Zeit des Spätbarock. Daran erinnert die Stukkatur an der Decke, ein in drei grosse Medaillons geordnetes Rahmenwerk mit Blattranken und einem Muschelmotiv in den Ecken. Ebenfalls barocke Züge trägt die Malerei auf dem Orgelgehäuse. Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Kirchenbauten, die aus Kirchenschiff und Chorraum bestehen, handelt es sich bei der Amanduskirche um eine chorlose Saalkirche. Auf den beiden Schmalseiten bildet je ein Portal den Endpunkt der Hauptachse. Über dem Quergang auf der nordwestlichen Langseite befindet sich eine kleine Seitenempore, das sogenannte «Örgeli». Diese Nische war ursprünglich als Orgelempore vorgesehen. Taufstein, Kanzel und Orgel bilden in der Maienfelder Kirche ein Bild von selten geschlossener Einheit. Taufstein und Kanzel tragen die Jahrzahl 1721.

Aus der Geschichte der Kirche

Die Geschichte der Maienfelder Amanduskirche ist aufs engste mit der Geschichte des Städtchens verbunden. Denn so oft das Städtchen brannte, brannte auch die Kirche. Die heutige Amanduskirche ist mindestens die dritte an dieser Stelle. Die beiden Vorgängerkirchen waren bedeutend kleiner; sie wurden beide durch Feuersbrünste zerstört. Der letzte grosse Brand war im Oktober 1720 ausgebrochen. Durch Funkenwurf explodierte das im Turm eingelagerte Schiesspulver, wodurch Kirche und Turm vollständig zerstört wurden.

Danach erfolgte ein vollständiger Neubau unter Achsendrehung. An der Südwestwand neben der Turmtüre erinnert eine rundbogige Nische an die Choröffnung der Vorgängerkirche, deren Chorraum in den heutigen Sprechergarten (früher Friedhof) ragte. Dort sind heute noch Reste des alten Chorgemäuers sowie einige Grabtafeln sichtbar.

Der Innenraum erfuhr im 20. Jahrhundert eine einschneidende Umgestaltung. Der Taufstein stand bis 1939 genau im Zentrum des Raumes. Längs- und Quergang bildeten ein Kreuz, im Schnittpunkt der beiden Kreuzesbalken stand der Taufstein. Die Kanzel befand sich an der nordwestlichen Langseite unter der Seitenempore. Bis zu jenem Zeitpunkt war die Amanduskirche die einzige Saalkirche in Graubünden mit einem Querschiff.